Tennis-Senioren-Meisterschaften bleiben in Rottach

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Die 28. Internationalen Deutschen Senioren-Meisterschaften im Tennis sind mit einem Besucher-Rekord zu Ende gegangen. Und sie finden auch im nächsten Jahr wieder beim TC Rottach-Egern statt. „Wir sind bereits in den Planungen“, sagt Turnierdirektor Udo Scherer.

Die 28. Internationalen Deutschen Senioren-Meisterschaften im Tennis hatten alles zu bieten, was sich Freunde des weißen Sports wünschen können: Perfektes Wetter, lange Ballwechsel, spannende Matches und Außenseiter-Siege. Auch die Veranstalter des TC Rottach-Egern um Turnierdirektor Udo Scherer sind mehr als zufrieden: „Es ist alles toll abgelaufen“, sagt Scherer. „Wir hatten so viele Zuschauer, wie noch nie.“ Wie viele es genau waren, kann der Turnierdirektor nicht sagen, da bei den Tegernsee Open – wie die Meisterschaften seit diesem Jahr heißen – kein Eintritt verlangt wird. Bis zum Wochenende waren es aber schon mehr als 3000 Besucher. Am Samstag, als die jüngsten Teilnehmer ihre Finals bestritten, war die Anlage in Rottach brechend voll.

Und die Zuschauer wurden nicht enttäuscht. Schon der Blick auf den Spielplan hielt die erste Überraschung bereit: Im Finale der Herren 40 fehlte Tomas Behrend. Der 43-jährige ehemalige Weltranglisten-38. war in Rottach an Nummer eins gesetzt, musste sich aber im Halbfinale völlig überraschend Marek Vrzal geschlagen geben. „Tomas Behrend war klarer Favorit, hatte dann aber einen Einbruch“, erklärt Scherer. 6:3, 6:4 hieß es am Ende für Vrzal, der im Finale auf Matthias Hahn traf. Letzterer setze sich nach fast zwei Stunden mit 6:4 und 6:3 durch. „Das war viel dramatischer, als es der Endstand vermuten lässt“, sagt der Turnierdirektor.
Hart umkämpft war auch das Endspiel der Herren 45. Eineinhalb Stunden brauchte Thalisso Haun, um den Italiener Giovanni Medori mit 6:2, 6:4 zu besiegen. Eine klare Angelegenheit war hingegen das Finale der Damen 40. Die an Nummer eins gesetzte Stefanie Kolar ließ mit 6:1, 6:2 Amrei Korte keine Chance. Noch deutlicher setzte sich Susi Fortun Lohrmann bei den Damen 45 durch: Mit 6:0, 6:4 schlug sie Astrid Obermeier.

Richtig spannend machten es dafür wieder zwei Lokalmatadorinnen im Doppel-Finale der Damen 40: Die Zwillinge Anette Klett-Steinbauer und Babette Waxenberger vom TC Rottach-Egern mussten sich erst im Champions-Tiebreak den Italienerinnen Paola Menozzi und Laura Pozzan geschlagen geben. „Sie haben sich tapfer gewehrt“, sagt Scherer über die beiden Rottacherinnen. „Da war die Atmosphäre auf der Anlage natürlich toll.“ Den ersten Satz gewannen die Schwestern mit 6:4, ehe sie den zweiten 0:6 abgeben mussten. Das Tiebreak entschieden dann die Italienerinnen mit 10:2 für sich.

Der reibungslose Ablauf der Matches wäre aber ohne das engagierte Helferteam nicht möglich gewesen, betont Scherer. „Das sind alles Leute zwischen 16 und 23 Jahren, die tagelang unermüdlich einen sensationellen Job gemacht haben“, lobt er seine Mannschaft. „Ich bin sehr stolz.“

Stolz ist Scherer auch, schon jetzt verkünden zu können, dass die Tegernsee Open im nächsten Jahr zum 29  Mal stattfinden können. „Wir werden uns anmelden.“ Wie berichtet, war es im vergangenen Jahr schwierig, das Senioren-Turnier ohne Verlust abzuwickeln – gerade so wurde die schwarze Null erreicht. Der TC Rottach-Egern bat daher im Frühling sowohl die Tegernseer Tal Tourismus GmbH als auch die Tal-Gemeinden um einen finanziellen Zuschuss. Doch heuer habe der neue Name auch neue Sponsoren gebracht, berichtet Scherer. „Der Name Tegernsee Open führt zu mehr Identifikation.“ Unter anderem konnte die Privatklinik Jägerwinkel als Geldgeber gewonnen werden. Hinzu kam, dass das Turnier in diesem Jahr nur sechs, statt sieben Tage ging. Aufgrund der Tennis-Senioren-WM in Ulm mussten die Finals in Rottach schon am Samstag gespielt werden. „Und wir haben sehr effizient gearbeitet“, sagt Scherer.

Damit ist auch klar: „Dachau hat keine Chance.“ Wie berichtet, stand die Stadt bereits in den Startlöchern, um bei einem Rückzug von Rottach-Egern, die Deutschen Meisterschaften zu übernehmen. Das wird nun nicht passieren. „Wir sind bereits in den Planungen für nächstes Jahr“, sagt der Turnierdirektor. Bis 30. September wird Scherer bei der International Tennis Federation, dem Deutschen Tennis Bund und beim Bayerischen Tennis-Verband die Anmeldung für die 29. Tegernsee Open abgeben. Aufgeschlagen wird dann wieder von 12. bis 18. August 2019.

Quelle: Merkur.de
Text: Julia Pawlovsky

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